Google Ads Agentur oder Inhouse: Was lohnt sich wirklich für deinen Online-Shop?

Wenn dein Shop wächst, stellt sich irgendwann die Frage: Agentur oder eigenes Team? Beide Wege haben ihre Berechtigung. Wir zeigen den ehrlichen Vergleich, inklusive der unbequemen Wahrheiten, die Agentur-Blogs sonst verschweigen - und sagen dir, ab welcher Shop-Größe welcher Weg wirklich Sinn macht.

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Wenn dein Online-Shop wächst und Google Ads ein ernstzunehmender Wachstumskanal wird, stellt sich früher oder später die Frage: Beauftragst du eine Google Ads Agentur oder baust du ein eigenes Team auf? Beide Wege haben ihre Berechtigung, und die Antwort hängt stärker von deiner Situation ab, als viele Ratgeber im Netz dir glauben machen wollen.

In diesem Beitrag schauen wir uns beide Modelle ehrlich an, inklusive der unbequemen Wahrheiten, die in den meisten Agentur-Blogs verschwiegen werden.

Was bedeutet Inhouse-Google-Ads-Betreuung wirklich?

Inhouse klingt auf den ersten Blick attraktiv. Ein festes Teammitglied, das deinen Shop kennt, deine Produkte liebt und sich ausschließlich um deine Kampagnen kümmert. Die Realität sieht oft anders aus.

Ein erfahrener Google Ads Manager mit fünf Jahren E-Commerce-Erfahrung kostet in Deutschland schnell zwischen 55.000 € und 85.000 € Bruttojahresgehalt, plus Lohnnebenkosten und Ausstattung. Das sind realistisch 80.000 € bis 120.000 € pro Jahr, bevor dein erster Cent in Werbung fließt. Für einen Shop mit einem Jahresumsatz von unter einer Million Euro ist das selten tragbar.

Die Alternative ist ein Junior-Mitarbeiter oder ein Quereinsteiger, den du selbst ausbildest. Auch das funktioniert, kostet dich aber erhebliche Zeit, Lernkosten in Form von verbranntem Werbebudget und trägt das Risiko, dass die Person nach zwei Jahren Einarbeitung mit dem mühsam aufgebauten Wissen zum Wettbewerb wechselt.

Ein weiterer Punkt, den Shop-Betreiber oft unterschätzen: Ein einzelner Inhouse-Mitarbeiter hat nur Einblick in dein Konto. Er sieht nicht, was in zehn oder zwanzig anderen E-Commerce-Accounts funktioniert, kennt keine Benchmark-Daten aus vergleichbaren Branchen und hat keinen Kollegen, mit dem er schwierige Fälle besprechen kann. Das führt zu Betriebsblindheit.

Was bietet eine Google Ads Agentur tatsächlich?

Eine gute Agentur für Google Ads bringt Dinge mit, die ein einzelner Inhouse-Mitarbeiter kaum aufbauen kann. Das wichtigste Asset ist die Erfahrung aus vielen parallelen Accounts. Wenn eine Agentur fünfzehn E-Commerce-Kunden betreut, weiß sie nach drei Monaten Algorithmus-Update, welche Strategien noch funktionieren und welche nicht. Ein Inhouse-Mitarbeiter muss das an deinem Budget selbst herausfinden.

Dazu kommt der Zugang zu professionellen Tools. Lizenzen für Bid-Management-Tools, Competitive-Intelligence-Software, Feed-Optimierungslösungen und Skriptbibliotheken kosten bei einem einzelnen Account schnell mehr, als sie je einsparen. Bei einer Agentur werden diese Kosten auf viele Kunden verteilt.

Der dritte Punkt ist die Vertretungssicherheit. Dein Inhouse-Mitarbeiter wird krank, geht in Urlaub, kündigt. Dann steht deine Google Ads Betreuung still, was in der Hochsaison fatale Umsatzverluste bedeuten kann. Eine Agentur hat strukturell eine Vertretung.

Wichtig ist aber: Agentur ist nicht gleich Agentur. Viele größere Agenturen lassen dich faktisch von einem Junior betreuen, der intern vielleicht sechs Monate Erfahrung hat. Du zahlst die Preise einer Agentur, bekommst aber die Qualität eines Einsteigers. Das ist der Grund, warum viele Shops nach enttäuschenden Agenturerfahrungen in Richtung Inhouse tendieren, obwohl das Problem nicht das Agenturmodell an sich ist, sondern eine bestimmte Art von Agentur.

Wann Inhouse Sinn macht

Inhouse ist die richtige Wahl, wenn dein Jahresumsatz deutlich über fünf Millionen Euro liegt, dein Werbebudget monatlich siebenstellig ist oder du strukturell ein so spezifisches Geschäft hast, dass externe Betreuung sich nie in dein Produkt einarbeiten kann, etwa hochspezialisiertes B2B oder nischige Compliance-Anforderungen.

Ab einer bestimmten Größe ist es wirtschaftlich sinnvoll, ein Team aus zwei bis vier Spezialisten aufzubauen, weil der Aufwand so groß wird, dass er auch eine externe Agentur voll auslasten würde, aber intern mehr Kontrolle und direkte Integration mit anderen Abteilungen möglich ist.

Die meisten Shops, die wir beraten, sind aber von dieser Größenordnung weit entfernt. Für Shops mit Jahresumsätzen zwischen 500.000 € und 5.000.000 € ist eine spezialisierte Agentur fast immer die wirtschaftlichere und strategisch bessere Wahl.

Wann eine Agentur die bessere Entscheidung ist

Wenn du unter einem siebenstelligen Jahresumsatz liegst und keine drei bis sechs Monate Zeit und fünfstellige Beträge in die Einarbeitung eines Juniors investieren willst, ist eine Agentur die wirtschaftlichere Lösung. Du bezahlst im Grunde Wissen, das über Jahre in anderen Accounts aufgebaut wurde, ohne diese Lernkosten selbst zu tragen.

Auch wenn du planst, in den nächsten zwölf Monaten stark zu skalieren und schnell professionelle Google Ads Betreuung brauchst, ist eine Agentur die pragmatischere Entscheidung. Einen passenden Inhouse-Mitarbeiter zu finden, einzuarbeiten und produktiv zu machen, dauert realistisch sechs bis neun Monate. Eine Agentur kann innerhalb von zwei bis vier Wochen starten.

Der dritte Fall: Du hast bereits schlechte Erfahrungen mit Inhouse gemacht oder deine bisherige Agentur hat nicht geliefert. Dann ist oft das Problem nicht das Modell, sondern die konkrete Umsetzung. Eine kleinere, spezialisierte Agentur, bei der du direkt mit erfahrenen Verantwortlichen arbeitest, liefert in der Regel mehr Qualität als ein Inhouse-Junior oder eine große Agentur mit Junior-Team.

Die Zwischenlösung: Externe Betreuung mit starker interner Einbindung

In der Praxis funktionieren die besten Setups, die wir sehen, als Hybrid. Der Shop hat intern einen Marketing-Verantwortlichen, der das Produkt, die Marke und die Kunden versteht, und der eng mit einer externen Agentur zusammenarbeitet, die die Google-Ads-Expertise einbringt.

Der Inhouse-Verantwortliche kümmert sich um strategische Entscheidungen, Produktlistings, saisonale Planung, Briefings und die Verzahnung mit anderen Kanälen wie Social Media, Newsletter und SEO. Die Agentur übernimmt die technische Umsetzung, Optimierung, das Reporting und bringt die Erfahrung aus anderen Accounts ein.

Dieses Modell ist oft günstiger als ein hoch bezahlter Inhouse-Spezialist, liefert aber mehr Qualität als ein einzelner Inhouse-Junior, weil zwei unterschiedliche Perspektiven zusammenarbeiten.

Kostenvergleich: Ein realistisches Rechenbeispiel

Nehmen wir einen typischen E-Commerce-Shop mit 2 Millionen Euro Jahresumsatz und einem monatlichen Google-Ads-Budget von 15.000 €.

Die Inhouse-Variante mit einem erfahrenen Google Ads Manager kostet realistisch 90.000 € Personalkosten pro Jahr, plus Tool-Lizenzen von etwa 5.000 € bis 8.000 €, plus Weiterbildungen. Macht ungefähr 100.000 € pro Jahr, also 8.300 € pro Monat nur für die Betreuung.

Die Agenturvariante mit einer spezialisierten Betreuung kostet in diesem Budget-Bereich typischerweise 1.500 € bis 2.500 € pro Monat, also 18.000 € bis 30.000 € pro Jahr. Dazu keine Tool-Kosten, keine Weiterbildungskosten, keine Ausfallzeiten.

Selbst wenn du argumentierst, dass Inhouse tiefer ins Geschäft einsteigt, musst du diesen Vorteil gegen eine fast vierfach höhere Kostenbasis rechnen. Für die meisten Shops rechnet sich das nur, wenn der Umsatz und das Werbebudget deutlich höher sind.

Fazit: Die ehrliche Antwort auf eine unehrliche Frage

Die Frage "Agentur oder Inhouse" ist eigentlich falsch gestellt. Die richtige Frage lautet: Welche Struktur liefert für mein Budget die beste Google-Ads-Betreuung? Und die Antwort hängt von deiner Unternehmensgröße ab.

Bis etwa 5 Millionen Euro Jahresumsatz und einem monatlichen Werbebudget unter 50.000 € ist eine spezialisierte externe Google Ads Agentur in fast allen Fällen die bessere Wahl, sowohl wirtschaftlich als auch qualitativ. Ab dieser Größenordnung lohnt sich langsam der Aufbau eigener Kapazitäten, meist aber nicht als Ersatz, sondern ergänzend zur Agentur.

Wenn du die Agenturvariante wählst, ist die wichtigste Entscheidung nicht Agentur ja oder nein, sondern welche Agentur. Kleine spezialisierte Teams mit direktem Zugang zu erfahrenen Verantwortlichen liefern in der Regel mehr Qualität als große Agenturen, bei denen du auf dem Juniortisch landest.